Was Keloide sind und warum sie sich entwickeln
Ein Keloid ist eine Art von erhabener Narbe, die über die Grenzen der ursprünglichen Wunde hinausgeht, verursacht durch eine Überproduktion von Kollagen während des Heilungsprozesses. Im Gegensatz zu normalen Narben, die schließlich abflachen und verblassen, wachsen und verdicken Keloide im Laufe der Zeit weiter und können manchmal erheblich größer werden als die Verletzung, die sie ausgelöst hat. Sie können nach jeder Art von Hauttrauma auftreten, einschließlich chirurgischer Einschnitte, Akne, Piercings, Verbrennungen, Insektenstichen und sogar kleinen Kratzern.
In einigen Fällen bilden sich Keloide spontan ohne identifizierbaren Auslöser. Keloide sind fest, gummiartig und erhaben, mit einer glatten, glänzenden Oberfläche, die je nach Hautfarbe rosa, rot, braun oder dunkler als die umgebende Haut sein kann. Sie können jucken, druckempfindlich oder schmerzhaft sein, und einige Menschen erleben ein brennendes oder stechendes Gefühl.
Häufige Körperstellen sind die Ohrläppchen, Schultern, obere Brust, oberer Rücken und Kieferlinie, obwohl sie überall am Körper auftreten können. Keloide sind signifikant häufiger bei Menschen mit dunkleren Hauttönen, mit der höchsten Prävalenz bei Menschen afrikanischer, asiatischer und hispanischer Abstammung, was auf einen starken genetischen Einfluss auf die übermäßige Heilungsreaktion hinweist.!! Der genaue Mechanismus hinter der Keloidbildung beinhaltet ein Ungleichgewicht in der Wundheilung, bei dem Fibroblasten übermäßige Mengen an Kollagen und extrazellulären Matrixproteinen produzieren, ohne die normalen Signale zum Stoppen.
Wachstumsfaktoren, genetische Veranlagung und veränderte Immunreaktionen spielen alle eine Rolle. Eine familiäre Vorgeschichte von Keloiden ist einer der stärksten Prädiktoren dafür, dass Sie sie entwickeln könnten. Keloide unterscheiden sich von hypertrophen Narben, die ebenfalls erhaben erscheinen, aber innerhalb der Grenzen der ursprünglichen Wunde bleiben und oft im Laufe der Zeit ohne Behandlung besser werden.

Behandlungsoptionen und Präventionsstrategien
Die Behandlung von Keloiden ist herausfordernd, da keine einzelne Behandlung für alle funktioniert und Keloide eine hohe Rückfallquote nach der Entfernung aufweisen. Ein multimodaler Ansatz, der mehrere Behandlungen kombiniert, führt typischerweise zu den besten Ergebnissen. Kortikosteroid-Injektionen sind die am häufigsten verwendete Erstlinientherapie, bei der Triamcinolon-Acetonid alle vier bis sechs Wochen direkt in das Keloid injiziert wird.
Dies reduziert die Kollagenproduktion, macht die Narbe weicher und kann das Keloid über mehrere Sitzungen abflachen und verkleinern. Silikonbasierte Behandlungen, die als Folien oder Gel erhältlich sind, sind eine weitere evidenzbasierte Option, die durch Hydration der Narbe und Schaffung eines okklusiven Umfelds, das die Kollagenproduktion moduliert, wirken. Sie sind am effektivsten, wenn sie konsequent über mindestens drei Monate angewendet werden.
Für größere oder resistente Keloide bietet die chirurgische Exzision in Kombination mit adjuvanter Therapie die besten Ergebnisse. Die Rückfallquote bei alleiniger Operation liegt bei 50 bis 80 Prozent, aber wenn sie mit sofortigen Steroid-Injektionen, Strahlentherapie oder Drucktherapie kombiniert wird, sinkt die Rückfallquote erheblich. Kryotherapie, die das Keloidgewebe einfriert, kann bei kleineren Keloiden wirksam sein und wird manchmal mit Steroid-Injektionen kombiniert.
Prävention ist für keloidanfällige Personen weitaus effektiver als Behandlung: Vermeiden Sie unnötige Piercings, elektive Operationen und Hauttraumata, wann immer möglich, und verwenden Sie sofort Silikonfolien oder -gel auf jeder neuen Wunde, um das Risiko von Keloiden zu reduzieren.!! Die Lasertherapie mit gepulsten Farbstrahlen kann Rötungen und Juckreiz reduzieren, während fraktionierte Laser helfen können, Keloidgewebe zu erweichen. Druckohrringe sind speziell für die Keloidprävention nach einer Ohrläppchenoperation konzipiert. Skinscanner hilft Ihnen, Keloidverläufe über die Zeit zu fotografieren und zu verfolgen, um Größenänderungen und die Reaktion auf Behandlungen zu dokumentieren, sodass Sie einen objektiven Nachweis für Konsultationen mit Ihrem Dermatologen haben.


